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[Geschichte] [1960] [1963] [1974] [1994] [1995] [1996] [1998] [2000] [2001] [2002] [2003] [2004]  [2005]  [2006]

Zeitabschnitt

Ereignisse
 

1500 v.Chr. Die  bisherigen archäologischen Funde auf dem Gelände von Haus Meer reichen bis in die Bronzezeit zurück.

 

Römische Zeit Bei Sondagen wurden auch römische Befunde sichergestellt.

 

Mittelalter Die historisch besser belegte Vergangenheit ist jahrhundertelang durch das Prämonstratenserinnen Kloster geprägt. Es wurde 1166 durch Hildegunde Gräfin von Meer, Mitglied der Großfamilie von Ahr, gegründet.

Von seiner Gründung bis zu seiner Auflösung 1802 war das Kloster ein bestimmender Faktor am linken Niederrhein. Dr. Hermann Keussen schreibt in seinem 1866 erschienen Buch - Das adelige Frauenkloster Meer bei Neuss – S.98:

Um die Cultur der umliegenden Gegend hat das Kloster sich grosse Verdienste erworben. Das Beispiel, welches das Kloster in der Bewirtschaftung des Ackers und Gartens, in dem Hegen und Pflegen des Waldes gab, wurde eifrig nachgeahmt, und ein ziemlicher allgemeiner Wohlstand war die Folge der sorgsamen Bearbeitung und Pflege des Bodens................ Die anmuthige Lage im duftenden Wiesengrund mit der freien Aussicht auf den Rhein und das bergische Land, ringsum prachtvolle Eichen und Buchen im Waldpark, der schöne Lustgarten vor dem Gebäude und endlich die Klosterräumlichkeiten selbst mit ihren zahlreichen Zimmern und Sälen – das ist ein Bild des ehemaligen Meer.”

 

Französische Revolution 1804 wurden das zerstörte Kloster und Teile des Grundbesitzes vom französischen Staat an die Gebrüder Friedrich und Konrad von der Leyen verkauft.

Bis 1960 blieb der gesamte Besitz in der Familie von der Leyen.

 

1960 1960 gingen der Park und das Kloster- bzw. Schlossgrundstück in den Besitz des Gesamtverbandes der evangelischen Kirchengemeinden in Düsseldorf.

 

1963 Es erfolgt eine umfassende Grabung durch das Rheinische Amt für Bodendenkmalpflege. Die Ergebnisse sind nicht veröffentlicht .

 

1974 Es wird ein rechtskräftiger Bebauungsplan ohne Berücksichtigung der historischen Bausubstanzen verabschiedet – B 93-. Das gesamte Gelände wird als “Sondergebiet mit der Zweckbestimmung Altenwohnheim und Folgeeinrichtungen in privater Parkanlage” ausgewiesen.

Von nun an wechseln die Besitzer. Bis heute sind acht verschiedene Besitzer bekannt.

Der Park und das Schlossgrundstück mutieren zum Spekulationsobjekt.

 

1994 Es kommt zu einer Zwangversteigerung und zum völlig überraschendem Kauf des historischen Geländes durch die Agne-Wahlen Meerbusch GbR.

 “ Einige Tage vorher hatte der damalige Baudezernent Loskant noch die Archikektengruppe “Lindner, Klasing&Partner” von einer geplanten Bebauung von Haus Meer dringend abgeraten. Ähnliches teilte er auch der BfG Bank AG – die Hauptgläubigerin des Voreigentümers – mit. In dem Schreiben vom 4.7.1994 heißt es unter anderem, es sei “ mehr als fraglich ob dieses Grundstück überhaupt einer Bebauung zugeführt werden kann”. Hinzu komme, “ dass die Rechtskraft des Bebauungsplanes einer Überprüfung ebenfalls nicht standhalten wird”. Der Grundstückspreis für das anscheinend unbebaubare Gelände fiel infolge solcher Aussagen von rund 16 Millionen DM auf nur noch 3,5 Millionen DM – und Agne schlug zu.” ( The Rheiner vom 2.12.2000)

Ab November 1994 wird die Bebauung des historischen Areals durch den Baudezernenten der Stadt Meerbusch vorangetrieben.

 

1995 Auf dem Gelände werden wilde Grabungen durchgeführt. Das Rheinische Amt für Bodendenkmalpflege erhebt Einspruch.

 

1996 Das Rheinische Amt für Denkmalpflege stellt einen Antrag auf Eintragung der baulichen Reste des Klosters in die Denkmalliste der Stadt Meerbusch, der nicht verfolgt wird.

Das gleiche Amt äußert erhebliche Bedenken gegen eine Änderung des Flächennutzungsplanes.

Mit Genehmigung des Bodendenkmalamtes wird eine Sachstandsermittlung im ehemaligen Wirtschaftshof durchgeführt.

Es werden Keramiken der älteren Bronzezeit gefunden, daneben eine Vielzahl römischer Befunde und Fußböden, Mauern, Gewölbeansätze u.a. aus Schloss-/Klosterzeit.

 

1998 Das Grundstück Haus Meer, Gemarkung Büderich, Flur 3, Flurstück 112 und 135, werden als Bodendenkmal in die Denkmalliste der Stadt Meerbusch aufgenommen ( Nr. 5).

Am 16.12.1998 wird der Baudezernent Loskant wegen Bestechlichkeit verhaftet.

 

2000 Im Januar findet sich die Aktionsgemeinschaft Rettet Haus Meer zusammen.

Im Oktober wird der ehemalige Baudezernent Loskant rechtskräftig  wegen Bestechlichkeit in 5 Fällen zu einer Gesamtstrafe von 4 Jahren und 3 Monaten sowie zu einer Geldstrafe von 640.000,- DM verurteilt.

Ganz besonders kriminelle Bedeutung maßen die Richter u.a. dem Bestechungsfall Haus Meer zu. Der Dezernent hat während des Prozesses zugegeben, 200.000,-DM an Bestechungsgeld von dem ehemaligen Partner des heutigen Besitzers Agne empfangen zu haben.

Am 13.12.2000 beschließt der Kulturausschuss der Stadt Meerbusch einstimmig die Unterschutzstellung der Baudenkmäler im Bereich des ehemaligen Klosters Meer: Klostermauer, Wirtschaftsgebäude.

Außerdem vergibt der Ausschuss einen Prüfauftrag an die Verwaltung, zu untersuchen, ob der ehemalige Eiskeller unter Schutz gestellt werden soll.

 

2001 Der Planungsausschuss berät über die Aufhebung des Bebauungsplanes B 93. Die Mehrheit im Ausschuss lehnt die Aufhebung jedoch ab.

Kulturausschuss vergibt ein Gutachten zur Erfassung der baulichen, archäologischen, geschichtlichen, gartenhistorischen und ökologischen Elemente auf dem Gelände Haus Meer an die Fachhochschule Köln 

2002 Kulturausschuss beschließt einstimmig Grundsicherung der Remise
  Am 6.3.2002 berichtet die Verwaltung im Kulturausschuss, dass der Eigentümer bereit ist, die Sicherung der Remise in Angriff zu nehmen.
 
  Am 16.07.2002 veröffentlicht die FH Köln unter dem Vorsitz von Herrn Dr. Schöndeling ihr Gutachten. Die Experten erklären das gesamte Gelände in allen Bereichen als denkmalwürdig.

Am 24.08.2002 stellt die Aktionsgemeinschaft "Rettet Haus Meer" unterstützt vom Förderverein "Haus Meer e.V," zwei Bürgeranträge:

  • vorläufige Unterschutzstellung des Parks
  • Aufhebung des Bebauungsplans; Aufforderung an die Stadt, mit dem Eigentümer Verhandlungen zum Erwerb des Geländes zu führen; Beauftragung der Verwaltung auf der Grundlage des Nutzungskonzeptes die Möglichkeiten zur Inanspruchnahme von Fördermitteln auszuloten.

Die Anträge wurden vertagt.

Am 10.10.2002 beschließt der Planungsausschuss einstimmig, das Verfahren zur Aufhebung des Bebauungsplanes einzuleiten.

Am 12.11.2002 beschließt der Kulturausschuss:

  • bei allen Planungen wird das Gutachten der FH Köln zu Grund gelegt
  • die vorläufige Sicherung des Gesamtareals "Haus Meer" zu veranlassen
  • eine zügige Sicherung der Remise durchzuführen.

Am 28.11.2002 hebt der Rat der Stadt Meerbusch den Bebauungsplan B93 auf.
 

November 2002 Der Rat der Stadt Meerbusch beschließt einstimmig die Aufhebung folgender Pläne/Beschlüsse:
  •  Bebauungsplan Nr.93 in Meerbusch-Büderich, Haus Meer
  •  Vorhaben- u. Erschließungsplan Nr.2 Meerbusch-Büderich, Haus Meer
  •  Zustimmungsbeschluss zu einem Bebauungsvorschlag

Der Antrag von Bündnis90/Die Grünen zur Änderung des  Flächennutzungsplanes wird abgelehnt.
 

Januar 2003 Vom Eigentümer wird ein „Architektenwettbewerb“ angeregt.
 
Februar 2003 Die Aktionsgemeinschaft stellt erneut einen Antrag zur Sicherung der Remise.
 
März 2003 Die Anträge der Aktionsgemeinschaft (August 2002 und Februar 2003) werden im Haupt- und Finanzausschuss behandelt und abgelehnt.
In der Sitzung des Kulturausschusses vom 19.März 2003 sichert die Verwaltung zu, dass nach Abschluss der Bauforschung durch das Rhein. Amt für Denkmalpflege, die Bausicherung der Remise stattfindet und zwar eine statische Sicherung und eine Kronensicherung.

Es werden erste Planungsvorschläge des Eigentümers für das Werkstattverfahren bekannt.
 
April 2003 Im Ausschuss für Planung, Wirtschaftsförderung, Liegenschaft wird das Konzept für das Werkstattverfahren vom Eigentümer vorgestellt.

Die Aktionsgemeinschaft stellt einen Bürgerantrag, um die Rahmenbedingungen für das Werkstattverfahren zu verbessern.
 
Mai 2003 In einer gemeinsamen Sitzung des Ausschusses für Planung, Wirtschaftsförderung, Liegenschaften und des Kulturausschusses wird das Werkstattverfahren beschlossen.

Der Eigentümer finanziert das Verfahren.
 
Juli 2003 Das Fachgutachten der FH Köln wird endlich vollständig veröffentlicht.
 
September 2003 An der Remise sind immer noch keine Sicherungsmaßnahmen getroffen, daher stellt die Aktionsgemeinschaft erneut einen Antrag mit einer Fristsetzung des Arbeitsabschlusses.
 
November 2003 Im Haupt- u. Finanzausschuss wird unser Antrag behandelt und an den Rat verwiesen.

Der Antrag wird im Rat mit der CDU-Mehrheit abgelehnt.

Das Werkstattverfahren beginnt am 4.11.2003, betreut von FSW Düsseldorf, moderiert von Prof. K. Wachten.
 
  Fünf Architektenteams mit Freiraumplanern sind eingeladen:
  •  HPP, Düsseldorf mit WES u. Partner, Hamburg
  •  Pfeiffer Ellermann Preckel, Lüdinghausen mit D. Roehr Landschaftsarchitekt, Berlin
  •  RWK, Düsseldorf mit GTL Landschaftsarchitekten, Kassel
  •  Rittmannsperger u. Partner, Darmstadt mit Dane   Landschaftsarchitekten, Weimar
  • AJF, Düsseldorf mit WKM, Meerbusch

Die Aktionsgemeinschaft ist gemeinsam mit allen übrigen Initiativen
und den Naturschutzverbänden mit einer Stimme in der
Empfehlungskommission vertreten.
 

Dezember 2003 Die Abschlusspräsentation der Teams findet am 5.12.2003 statt. Die Empfehlungskommission tagt am 6.6.2003. Der Entwurf von HPP wird gewählt, muss aber überarbeitet werden.

Die Kommission tagt erneut am 20.12.2003. Der überarbeitete Entwurf von HPP wird insbesondere bei der Bebauung im Norden verändert und mehrheitlich verabschiedet.

Der Eigentümer führt eine rudimentäre statische Sicherung der Remise durch. Die Kronensicherung fehlt immer noch.
 
Januar 2004 Der Kulturausschuss beschließt einstimmig die Verwaltung zu beauftragen, ein Nutzungskonzept für Haus Meer zu entwickeln, das der Bedeutung des Ortes angemessen ist.
Ebenfalls einstimmig wird Haus Meer entsprechend den Anträgen des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege in die Denkmalliste der Stadt Meerbusch aufgenommen.
Mit den Stimmen der CDU wird der Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, die Bürgerinitiativen an der Konzeptentwicklung zu beteiligen, abgelehnt.
Die Verwaltung bestätigt, dass in Sachen Sicherung der Remise nun mehr ordnungspolitische Maßnahmen gegen den Eigentümer eingeleitet worden sind.
 
Mai 2004 Kronensicherung der Remise durch Ersatzmaßnahme der Stadt.
 
November 2004 Die Verwaltung stellt im Kulturausschuss Möglichkeiten für eine Nutzung von Haus Meer vor.
Januar 2005
In einer Sondersitzung des Kulturausschusses werden die Nutzungsvorschläge der Verwaltung diskutiert. Die Verwaltung erhält den Auftrag, ein „sinnstiftendes Nutzungskonzept“ zu erarbeiten
April 2005 Die LEG-Stadtentwicklung legt einen Scoping-Fachbeitrag für die Flächennutzungsplan – Änderung und den Bebauungsplan Nr. 247 Haus Meer vor.
Mai 2006   Die LEG-Stadtentwicklung stellt im Planungsausschuss den Entwurf eines Bebauungsplans vor. Er sieht eine massive Bebauung des nördlichen Parkbereiches vor und eine Erschließung des Grundstücks von Norden.
August 2006   Der Planungsausschuss beschließt, mit vier Varianten zum Bebauungsplan in die Bürgeranhörung zu gehen. Zwei Vorschläge sehen die vorgestellte Bebauung im Norden vor und unterscheiden sich nur durch die Erschließung des Grundstücks. Die anderen Varianten enthalten keine Bebauung im Norden des Parks und wie oben unterschiedliche Erschießungen.
2008   Der Planungsausschuss beschließt, dass es keine Nordbebauung geben wird. Im Augenblick ist das Gelände von Haus Meer ohne Baurecht.

 

 

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Stand: 13. September 2006